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  • Geschichte unserer Sternenkinder

Sternenkind Robin

Mein Partner und ich entschieden im November 2015 das wir eine Familie gründen wollen. Da ich gerade einen neuen Job begonnen hatte nahm ich die Aussagen aller Bekannten um mich herum für bare Münze,die meinten es dauere meist ein Jahr ehe man wirklich schwanger wird. Daher glaubten wir nicht das es schnell passieren wird. Ende Januar 2016 starb mein Opa nun ganz plötzlich und ich trank jeden Abend,eine Woche lang ein Glas Wein. Am Ende dieser Woche, es war mittlerweile Februar, wurde mir von dem einen Glas aber schlecht und ich bemerkte da erst das ich seit locker 2 Wochen überfällig war. Also machte ich einen Test. Dieser sprang mich direkt an. Es klappte also doch schneller als erwartet. Als ich eine Woche später bei meiner Frauenärztin war sagte sie mir das ich bereits in der 9.ssw wäre. Nach den ersten 12Wochen erzählte ich es also meinem Chef. Dieser fing darauf hin an mich zu schikanieren und mit allerlei Arbeiten zu überhäufen. Als ich in der 18.ssw plötzlich mit starken Bauchschmerzen heim fuhr merkte ich schon das etwas nicht stimmte. Mein Mann packte mich und fuhr mich ins Krankenhaus. Dort wurden meine Schmerzen immer schlimmer,sodass ich am frühen Morgen in den OP geschoben wurde. Der Blinddarm war schon schwarz und alles kurz vor knapp. Dort erfuhr ich dann das wir einen Jungen erwarten. Meine Freude war riesig,endlich shoppen und alles vorbereiten. Kaum aber aus dem OP aufgewacht erhielt ich böse Nachrichten von meinem Chef das ich genauso wäre wie er sich mich vorgestellt hat und ich mir gefälligst ein Beschäftigungsverbot geben lassen soll. Dieses holte ich mir letztlich vom Orthopäden,da meine Frauenärztin nicht mitspielte. So langsam konnte ich nun meine Schwangerschaft genießen und bis zur Entbindung war kaum noch etwas nennenswertes. Dann kam es, mit einem Tag Verspätung, zur Einleitung,da der kleine Mann nicht von allein kommen wollte. Wir sind also am 12.10.2016 ins Krankenhaus gegangen. Die ersten Wehen fingen Nachts um elf an und früh um sieben sprang dann die Blase. Wir durften in den Kreißsaal,wo mir ein Wehentropf gelegt wurde. Die Dosierung wurde immer weiter erhöht,aber viel tat sich nicht. Abends gegen neun wurde mir die PDA gesetzt in der Hoffnung es zu beschleunigen. Nach weiteren 2 Stunden verlangte ich nach einem Kaiserschnitt,da ich völlig am Ende war. Dieser wurde mir verweigert,da ja alles normal wäre und es bei vielen Frauen länger dauert und 95% aller Frauen wohl nach einem Kaiserschnitt fragen. Die letzte PDA gab es dann gegen 24Uhr und ich wollte nun endlich pressen. Leider verkeilte sich unser kleiner Mann,war zudem plötzlich ein Sternengucker und kam weder mit der Glocke,noch mit der Zange. Auch das drücken der Hebamme half nichts. Der Chefarzt wurde geholt und nach nochmaligem Versuch sagte er es wird ein Kaiserschnitt gemacht. Ich war am Ende meiner Kräfte,bekam kaum noch etwas um mich herum mit und war froh erlöst zu werden und bald meinen Sohn in den Armen zu halten. Ich winkte meinem Mann und sie brachten mich in den OP. Dort wurde noch ein Ultraschall gemacht um zu schauen wie der kleine liegt,da lebte er noch. 10Minuten später war er geboren,aber leblos. Sie versuchten ihn eine halbe Stunde zu reanimieren,aber erfolglos. Ich wurde geweckt und das erste was ich hörte war,,sie haben wohl am ctg die Herztöne der Mutter abgeleitet“. Da war es mir schon klar. Ich wollte es aber dennoch nicht wahrhaben. Im Aufwachraum kam der Chef mit meinem Mann und ich schrie nach meinem Sohn. Sie brachten ihn mit. Er war so wunderschön, sah aus als würde er schlafen. Ich wollte ihn wecken,ihn küssen und sagen das er jetzt bei Mama ist,aber all das war nicht möglich. Man erklärte uns das er einen echten Nabelschnurknoten hatte der sich immer weiter zuzog und leider wirklich meine Herztöne abgleitet wurden,sodass man nicht mitbekam wie schlecht es ihm ging. Am Ende, sagte der Chef, kippte wohl ein Schalter um und er schlief ein.


Ich mache mir immer noch unheimliche Schuldzuweisungen das ich nicht früher auf den Kaiserschnitt bestanden habe und für den Tod meines Sohnes im Grunde verantwortlich bin, auch wenn ich weiß, dass es nicht so ist.


Unser Sohn Robin war so gewünscht, erkämpft und am Ende haben wir ihn verloren.

Wir haben noch 3 weitere Kinder bekommen, die mit dem Wissen aufwachsen, dass sie einen großen Bruder haben, der vom Himmel aus auf sie aufpasst.


Es vergeht dennoch kein Tag, an dem er mir nicht fehlt und das Aufarbeiten fängt jetzt erst an, da ich lange lange dachte ich schaffe es allein, was aber nicht der Fall ist.

Ich hoffe irgendwann in die Phase der Akzeptanz überzugehen und wieder mehr Kraft zu finden, um für meinen Mann und meine Kinder da zu sein und Robin den Platz im Herzen bekommt den er verdient.



- Das ist die Geschichte von Robin, unserem Sternenkind, gestorben unter der Geburt -



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